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„Mehr Leuchttürme im Mittelstand“ – Interview mit BVMW-Präsident Mario Ohoven


Mitreißende Segel-Showcases, fachlicher Austausch und Networking: 2012 hat die Roadshow „Hart am Wind“ im Mittelstand ein starkes Signal in Richtung Innovation abgegeben. Jetzt startet die Event-Reihe in die zweite Runde. Zum Auftakt haben wir mit dem BVMW-Präsidenten Mario Ohoven über die Herausforderungen und Chancen kleinerer und mittlerer Unternehmen gesprochen. Sein Fazit: Der Mittelstand muss in Sachen IT dringend aufholen.

Herr Ohoven, die Roadshow „Hart am Wind“ geht in das zweite Jahr. Was wünschen Sie sich für 2013?
Ohoven: Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Unternehmer von den Praxisbeispielen der Roadshow inspirieren lassen. „Hart am Wind“ zeigt, welches Potenzial in zukunftsweisender IT steckt. Der deutsche Mittelstand steht im internationalen Vergleich zwar gut da. Doch er muss kontinuierlich in seine Wettbewerbsfähigkeit investieren. Leuchttürme wie das Sailing Team Germany sind da wichtige Impulsgeber.

Wo sehen Sie die Herausforderungen im Mittelstand?
Ohoven: Deutschland darf den Anschluss an die Innovationstreiber USA, Südkorea, Schweiz und Japan nicht verpassen. Der BVMW fordert deshalb von der Bundesregierung mehr Einsatz für den Mittelstand. Zum Beispiel was die hohen Energiekosten angeht. Betriebe müssen endlich entlastet werden. Unsere KMU haben hier einen deutlichen Wettbewerbsnachteil im europäischen Vergleich. Doch ich möchte auch die Unternehmer selbst in die Pflicht nehmen: Sie müssen endlich konsequent den Schritt ins Digitale Zeitalter mitgehen.

Ist dieser Schritt nicht bereits getan?
Ohoven: Nein, wir stehen erst am Anfang. Nur jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern nutzt IT-Lösungen zur Kundenverwaltung. Und sechs von zehn Mittelständlern haben selbst heute keine eigene Webseite oder einen Online-Shop. Langfristig wird es für solche Betriebe schwer, wettbewerbsfähig zu bleiben: Sie können ihren Kunden keinen zeitgemäßen Service garantieren. Und die Konkurrenz zieht davon. Dabei bieten innovative IT-Lösungen heute vielfältige Möglichkeiten.

An was denken Sie da konkret?
Ohoven: Beispielsweise an Echtzeitanalysen im Einzelhandel: Mit entsprechender Software lassen sich Lagerbestände immer aktuell mit der Nachfrage abgleichen und entsprechend anpassen oder individuelle Angebote für Kunden erstellen. Bloße Daten verwandeln sich so in echtes Wissen. Dank sicherer Cloud-Modelle sind solche Anwendungen erschwinglich – auch für den kleinen Mittelständler.

Oder ein anderes Beispiel: Die Segelnationalmannschaft. Von Größe und Struktur her ist das Sailing Team Germany durchaus mit einem mittelständischen Betrieb vergleichbar. Die Sportler lagen im internationalen Vergleich weit hinten, haben aber rechtzeitig das Potenzial von Innovationen entdeckt und kreativ genutzt. Heute rufen sie vor dem Start über ihr Smartphone aktuelle Wind- und Strömungsdaten ab, passen ihre Taktik entsprechend an – und segeln wieder an der Weltspitze mit. Genau diesen Innovationsgeist braucht der Mittelstand.

Viele KMU hinken in Sachen IT also hinterher. Woran liegt das?
Ohoven: Betriebe müssen die entsprechende Technologie einkaufen. Doch gerade Kleinunternehmern fehlt das nötige Know-how für Investitionen in IT-Lösungen. Die englischen Fachbegriffe schrecken ab. Zudem gibt es bei vielen mittelständischen Betrieben keinen Experten, geschweige denn CIO, der diese Entwicklung intern steuern könnte. Hier muss unbedingt nachgerüstet und an der Wissensbasis gearbeitet werden.

Was raten Sie den Unternehmen?
Ohoven: Stellen Sie sich dem Vergleich, in Ihrer Branche, in Ihrer Region. Führen Sie eine Standortbestimmung durch. Nur wer weiß, wo er steht, kann sich optimal auf die Konkurrenz einstellen. Der Business Performance Index ist hier das Mittel der Wahl. In 30 Minuten zum Benchmark – das gab es noch nie. „Weiterdenken“ sendet hier genau das richtige Signal an den Mittelstand aus.

Herr Ohoven, vielen Dank für das Gespräch.